Hitze, Dürre, steigende Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Unsicherheit. Dazu vielleicht eine Nachricht aus dem persönlichen Umfeld, die dich erschüttert.
Und plötzlich sind sie da: Sorgen, Sorgen, Sorgen.
Sich Sorgen zu machen, ist menschlich. Doch wenn sich unsere Gedanken ständig um Dinge drehen, die wir nicht beeinflussen können, kostet das enorm viel Kraft.
Stephen R. Covey beschreibt in seinem Modell der „Kreise des Einflusses“ zwei Bereiche.
Im äußeren Kreis der Sorgen befinden sich all jene Dinge, die uns beschäftigen, auf die wir aber keinen oder kaum Einfluss haben.
Im inneren Kreis des Einflusses liegt dagegen das, was wir tatsächlich gestalten können: Unsere Entscheidungen, unser Verhalten und unsere nächsten Schritte.
Resiliente Menschen konzentrieren sich auf den inneren Kreis. Resilienz bedeutet nicht, dass dir schwierige Situationen egal sind. Es bedeutet vielmehr, deine Energie bewusst dorthin zu lenken, wo du selbst wirksam werden kannst.
Drei Fragen können dabei helfen:
1. Kann ich etwas an der Situation ändern?
Wenn die Antwort „Nein“ lautet, geht es zunächst darum, anzuerkennen, was gerade ist.
Das bedeutet nicht, dass du die Situation gutheißen musst. Du darfst traurig, wütend oder ängstlich sein und trotzdem sagen:
„Ja, im Moment ist es so.“
Probiere dazu eine kleine Übung aus.
Schreibe ein großes JA auf eine Karte und lege sie auf den Boden. Stell dich darauf und nimm einen Moment lang wahr, was in dir passiert.
Welche Gefühle sind da? Angst? Wut? Traurigkeit?
Nimm sie für einen Moment wahr, ohne sie wegdrücken zu wollen.
Dann sage laut:
„Ja, ich akzeptiere die Situation so, wie sie im Moment ist. Ich ziehe meine Energie von dem ab, was ich nicht ändern kann, und konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann.“
Spüre nach, was sich verändert.
2. Was wünsche ich mir?
Richte deinen Blick jetzt auf das, was dir wichtig ist.
Vielleicht wünschst du dir eine intakte Natur, einen sicheren Arbeitsplatz oder Gesundheit für einen geliebten Menschen.
Allein dadurch verändert sich etwas: Du richtest deinen Blick nicht mehr ausschließlich auf die Bedrohung, sondern auf dein gewünschtes Ziel
3. Was kann ich selbst dazu beitragen?
Jetzt kommen wir in deinen Kreis des Einflusses.
Du kannst nicht allein die Klimakrise lösen – aber sorgsam mit Ressourcen umgehen.
Du kannst die wirtschaftliche Entwicklung nicht kontrollieren – aber dich weiterbilden und deine beruflichen Fähigkeiten stärken.
Du kannst die Krankheit eines geliebten Menschen nicht wegmachen – aber da sein, zuhören und unterstützen.
Genau hier entsteht Selbstwirksamkeit: Statt dich nur zu fragen „Was wird passieren?“, fragst du dich: „Was kann ich jetzt tun?“
Aber ist das schon das volle Leben?
Sich auf den eigenen Einflussbereich zu konzentrieren, hilft uns, stabiler und resilienter zu werden. Doch für mich gehört zu einem erfüllten Leben noch etwas dazu:
Lebendigkeit.
Wann hast du das letzte Mal mit jeder Faser deines Körpers gespürt: „Ich bin voll im Leben!“ Vielleicht beim Tanzen, auf einer Reise, in der Natur oder irgendwann als Kind.
Schließe kurz die Augen und hol dir diesen Moment zurück. Was hast du gesehen und gehört? Wie hat es sich angefühlt? Intensiviere dieses Gefühl und lasse es so richtig lebendig werden.
Und dann stell dir noch eine Frage:
Worauf habe ich so richtig Lust?
Gibt es etwas, das du schon lange machen möchtest?
Einen Tandem-Paragleitflug? Einen Tanzkurs? Eine Abenteuerreise? Oder etwas ganz anderes?
Und sofort kommen vielleicht die Einwände: Zu teuer. Keine Zeit. Dafür bin ich zu alt. Was sollen die anderen denken?
Dann mach heute etwas anders.
Hol deinen Kalender heraus und reserviere dir einen Termin:
„Planung: Mein Lebensfreude-Projekt.“
Und setze es um – Schritt für Schritt. Ich verspreche dir, dass dann wieder Freude, Neugier und dieses kleine Prickeln entstehen.
Vielleicht ist heute genau der richtige Tag, um den ersten kleinen Schritt zu machen.
Und jetzt: ab ins volle Leben.
28.08.2026