Hochsensibilität

Herausforderungen meistern – besondere Fähigkeiten genießen

Kommen Ihnen Sätze wie „Stell dich nicht so an“, „Du musst dir eine dickere Haut zulegen“, „Sei doch nicht zu empfindlich“ vertraut vor? Üblicherweise hören hochsensible Menschen Aussprüche dieser Art nur zu oft und meist ist damit eine Menge Frust und Anpassungsdruck verbunden. Falls Sie sich vergeblich abgemüht haben, Ihre hohe Sensibilität abzulegen – hier die frohe Botschaft: Hochsensibilität ist eine Veranlagung mit großem Potenzial und kein Makel.

Vor etwa drei Jahren habe ich entdeckt, dass ich hochsensibel bin. Seither hat sich mein Blick auf mein Leben und vor allem mein Verständnis für mich stark verändert. Ich habe endlich den Schlüssel dafür entdeckt, wie ich mit meiner Veranlagung sorgsam umgehen kann und welche besonderen Fähigkeiten damit verbunden sind.

Was für mich auch wichtig war? Ich stehe nicht allein da. Laut Forschungsergebnisse sind etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung hochsensibel und zwar unabhängig ob Mann oder Frau. Da verwundert es nicht, dass es mittlerweile eine Reihe von Fachbüchern und zahlreiche Artikel in diversen Medien zu diesem Thema gibt.

Was versteht man unter Hochsensibilität

Der Begriff wurde im Jahr 1996 von der US-amerikanischen Psychologin Dr. Elaine Aron geprägt. Hochsensibilität ist eine Veranlagung und keine Krankheit. Laut aktueller Forschungsergebnisse wird diese Veranlagung mit hoher Wahrscheinlichkeit vererbt. Die Ursache für Hochsensibilität ist ein besonders empfindliches Nervensystem, das über deutlich mehr der relevanten Neurotransmitter verfügt. Dadurch nehmen hochsensible Menschen mehr Reize und feinere Einzelheiten auf. Auch werden die Reize intensiver wahrgenommen und tiefgehender verarbeitet.

Woran erkenne ich, dass ich hochsensibel bin?

Kennen Sie das?

  • Sie fühlen sich schnell überreizt
  • Sie leiden unter Lärm, starken Gerüchen oder kratziger Kleidung
  • Sie brauchen verstärkt Rückzug
  • Sie neigen dazu, die Bedürfnisse der anderen über die ihren zu stellen
  • Konflikte gehen Ihnen sehr nahe und beschäftigen Sie lange
  • Kleinigkeiten bringen Sie aus dem Gleichgewicht
  • Sie versuchen vergeblich, sich eine dickere Haut zuzulegen

Wenn ja, dann ist das ein Indiz für Hochsensibilität. Weitere charakteristische Merkmale

„Ich möchte dich einladen, die Sonnenseiten deiner Hochsensibilität zu entdecken und zu genießen.“

Was ist das ganz besondere Potenzial von hochsensiblen Menschen?

Hochsensible Menschen haben vielfältige Begabungen. Diese reichen von einer hohen Empathiefähigkeit, intuitivem Wissen, tiefes Empfinden von Farben, Bildern und Musik und künstlerische Begabungen, bis hin zu frühzeitigem Erkennen von Gefahren oder auch vernetztem ganzheitlichen Denken. So können die sogenannten kognitiven Hochsensiblen sehr gut komplexe Zusammenhänge darstellen oder Lücken in Systemen erkennen.

Wie können Unternehmen von hochsensiblen MitarbeiterInnen profitieren?

Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, hohes Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, Loyalität und Kundenorientierung, Ehrgeiz und Leistungsdenken sowie eine ausgeprägte Intuition – also der „Riecher“ was funktionieren kann – zählen in der Regel zu den charakteristischen Eigenschaften, die von Unternehmen sehr geschätzt werden. Ausgestattet mit einem Hang zum Unternehmertum und einer ausgeprägten intrinsischen Motivation sind Hochsensible meist sogenannte „Selbstläufer“, also MitarbeiterInnen, die man weder antreiben noch kontrollieren muss. Hochsensible wollen von sich aus optimale Leistungen erzielen. Voraussetzung dafür sind Vertrauen, Wertschätzung und der nötige Freiraum seitens der Führungskräfte.

Wie wirkt sich Hochsensibilität in der Schule aus?

Hochsensible Kinder leiden oft unter dem Lärm in der Klasse und stehen unter einem hohen Anpassungsdruck an Rahmenbedingungen, die ihnen oft nicht entsprechen. Darüber hinaus bringt die Orientierung an – meist dominanten – KlassenkollegInnen eine zusätzliche Herausforderung. Versuchen hochsensible Kinder sich an nicht-hochsensiblen MitschülerInnen zu messen, führt das oft zu Überforderung und Selbstzweifel.

Auch für hochsensible LehrerInnen stellt der Schulalltag meist eine große Belastung dar. Immerhin unterrichten sie SchülerInnen, die zu 80-85% nicht-hochsensibel sind. Der Klassenlärm, fehlende Rückzugsmöglichkeit (meist gibt es nur ein Konferenzzimmer) und die vielfältigen Konflikte und Ansprüche führen zu einem hohen Stresspegel.

Ich begleite Sie gerne zu den Sonnenseiten der Hochsensibilität.

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